1924 Die gewonnene Schlacht am
Kaninchenberg
Gerhard
Clarenbach
"Seit
1924 wurde im Ruhrgebiet heftig um Eingemeindungen gestritten. Die Stadt
Recklinghausen beanspruchte Oer, hätte aber auch gern Erkenschwick dazu
genommen. Datteln, zu dem Rapen damals gehörte, beanspruchte Erkenschwick, hätte
aber auch Oer dazu nicht verschmäht. Der Oerer Gemeindevertreter Brinkmann aber
wünschte einen Zusammenschluss von Oer und Erkenschwick.
Viele
Intrigen liefen ab und Versprechungen wurden gemacht. Einen Sitz im Recklinghäuser
Stadtrat sollte Brinkmann bekommen. Pastor und Schulleiterin in Oer versprachen
sich von der Eingemeindung nach Recklinghausen eine Höherstufung. Bei einer
Versammlung in Oer konnte Brinkmann die Stimmung der Oerer mit einem
interessanten Argument beeinflussen.
Bei
einer Eingemeindung nach Recklinghausen träte der Schlachthofzwang ein. Da die
meisten Oerer mindestens zwei Schweine im Stall hatten, sprachen sich die
meisten in der Versammlung gegen eine Eingemeindung aus.
Als
schließlich die preußische Besichtigungskommission kam, wollten die Recklinghäuser
als Besichtigungsort die Dortmunder Straße, Brinkmann aber den Kaninchenberg in
Oer. Beim Mittagessen bei Welter in Erkenschwick wurden dem Landrat Klausener
die Reifen zerstochen, so dass er nur mühsam in Oer ankam. Auf dem
Kaninchenberg fiel dann die Vorentscheidung für die Schaffung einer Gemeinde
Oer-Erkenschwick. Datteln verlor sogar Rapen; allerdings wurde die Gemeinde Oer-Erkenschwick
dem Amt Datteln zugeordnet. Brinkmann sprach von der gewonnen Schlacht am
Kaninchenberg.
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