1942 Gaskesselexplosion in Rapen

Ulrich Müter, "Rapen, 850 Jahre historische Bauerschaft"

Am Freitag, den 16. Januar 1942, nachmittags gegen 17 Uhr, explodierte ein Gasbehälter auf dem Gelände des Stickstoffwerkes. Die Folgen waren sehr schlimm. Auf dem Werk fanden 15 Männer den Tod. Teile des Werkes konnten erst ein Jahr später wieder in Betrieb genommen werden. Für die in Werksnähe wohnenden Menschen war die Explosion eine Katastrophe.

Die Druckwelle zerstörte viele Häuser

Viele Häuser waren unbewohnbar geworden. Dächer in großer Zahl standen ohne Dach. Die meisten Wohnungen hatten keine Fensterscheiben und Fensterrahmen mehr. Herumfliegende Kessel- und Gebäudeteile sowie die Druckwelle führten zu Verletzungen und bleibenden Schäden. Das alles geschah bei klirrendem Frost.

Wochenlang anhaltender Frost hatte dazu geführt, dass die Deckelscheibe des Gasbehälters sich nicht mehr den Schwankungen des Gasinhaltes anpassen konnte. Die Folge war, dass Gas in den oberen Behälterraum übertrat und sich Knallgas bildete. Wie im einzelnen die Explosion entstand, ließ sich nicht eindeutig klären, denn alle Betriebsbeamten, die darüber hätten aussagen können, kamen bei der Explosion ums Leben (So der offizielle Bericht).[64]

Die Gaskesselexplosion traf Rapen mitten im Kriegswinter 1941/42. Betroffene berichten von beschädigten und ganz unbewohnbaren Häusern. Viele erinnern sich genau, wo sie sich gerade zum Zeitpunkt der Explosion befanden oder womit sie beschäftigt waren. Eine Rapenerin, damals 12 Jahre alt, erzählte, dass sie und ihre Brüder in der Küche waren und der Mutter zuhörten, die ihnen vorlas. Dann habe es einen furchtbaren  Explosionsdruck und Detonationsdonner gegeben. Die Fensterscheiben seien zerbrochen und Bruder Franz habe einen Fensterflügel um den Hals hängen gehabt. Die Küche habe entsprechend ausgesehen.

 

[64] Geschichte der Bergwerke Ewald-Fortsetzung, Seite 100, Bergwerk Haard 1992

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