Die Nachkriegszeit

Ulrich Müter, "Rapen, 850 Jahre historische Bauerschaft"

Landwirtschaft weicht Gewerbe
Rapen ist auch heute noch zum Teil landwirtschaftlich geprägt. Allerdings schrumpfen die Ackerbauflächen zusehends. Nachdem 1910 bereits große Teile des Hofes Winkelmann mit der Kolonie bebaut worden waren, musste ein Teil des Ackerlandes vom Gut Dillenburg dem Schacht IV/V weichen. Die nächste große Landwirtschaftsfläche ging beim Bau des Stickstoffwerkes verloren. Wohnhäuser und Straßenbau forderten weiteres Land. Nach 1945 sind zwei große Bauernhöfe, die alten Höfe Schulte-Hubbert und Wiesmann, völlig in Gewerbegebiete aufgegangen, dazu Teile des Gutes Dillenburg im Steinrapener Tal und im Winkelfeld. Von den historischen Bauernhöfen sind noch vorhanden: Janinhoff an der Grenze nach Hagem, Mersmann (Rapen Nr. 1), Sprenger (Rapen Nr. 2), Ovelhey (Rapen Nr. 3), Rennefeld (Rapen Nr. 4), Bernhard Notarp (Rapen Nr. 5), Josef Notarp (Rapen Nr. 31), Jeismann (Rapen Nr. 8), Gremm (Rapen Nr. 15) und Leppelmann (Rapen Nr. 18), Tensmann (Rapen Nr. 19), Prott (Rapen Nr. 21) und Pathe (Rapen Nr. 34). Davon sind Mersmann, Ovelhey, Janinhoff, Pathe (jetzt Auf´m Heidacker), Bernhard Notarp, Josef Notarp, Gremm und Leppelmann noch Vollerwerbslandwirte.[80]

 

Gewerbeansiedlung in Rapen nach 1945
Ansiedlungen der ersten Stunde waren die Danziger Goldwasserfabrik Damman auf dem alten Rapener Sportplatz an der Wittekindstraße und das Bauunternehmen Homberg, Rapener Straße. Letzteres hat sich inzwischen zu einem leistungsfähigen Marmor-Fachbetrieb gewandelt, während der erstgenannte Betrieb schon lange nicht mehr besteht. Schuhmachermeister Hans-Günter Trottenberg hat seine Werkstatt seit 1957 an der Ewaldstraße. Etwas später eröffneten Josef und Maria Rütershoff ihre Gaststätte. Im Buschkamp, an der Freiheit- und Ewaldstraße entstanden weitere Restaurations- und Gaststättenbetriebe. Nicht zu vergessen das "Rapener Tal" von Clemens Bergmann. Zwei Tankstellen, die erste von Hildemar Böhm, die zweite von Bruno Alt, wurden in Rapen nach 1948 eingerichtet. Beide lagen an der Ewaldstraße. Sie wurden inzwischen wieder geschlossen. In den Räumen der Tankstelle Böhm befindet sich nun TAXI-Bley. Bruno Alt übergab vor etlichen Jahren seine Tankstelle an Klaus Köhler, der den Tankbetrieb im April 1993 einstellte. Sein Sohn betreibt dort noch eine KFZ-Werkstatt und einen Kiosk.

Gewerbegebiet Rapen Süd, ca. 30 neue Firmen
Seit 1960 richteten sich einige Gewerbebetriebe am unteren Teil der Straße Im Buschkamp ein, die inzwischen geschlossenen Betriebe, Kleiderfabrik Weiß und Maschinenstickerei Rieping. Auf der Rapener Seite des Westerbachs kamen später die Firmen Allkauf, Möbel Peters (Stimbergmöbel), Auto Laser, die Schreinereien Kartein, Pennekamp und Denninghaus dazu. Metallverarbeiter Knieper und Opel Bieling sowie KFZ-Henne, Dreherei Gropp, Elkaderm, Dachdecker Haug, Muttern-Dreherei Schmelting Steuerberaterin Köster, Baustoffhandel Ortmann, Elektro Tomczak, Anstreicher Jegelka, VEW AG, KFZ-Ridder, Goldschmiede Müller, Metallverarbeitung Neugebauer, Elektronik Erlen, Gardinen Bäga, Transporte Beckmann und Omnibusbetrieb Forger. Lebensmittelmarkt FBL und Baumarkt Götzen runden zur Zeit die beachtliche Zahl der neuen Gewerbetreibenden in Rapen Süd ab. In absehbarer Zeit wird auf dem Rapener Hübbelkamp ein Erweiterungsbau der Erkenschwicker Fleischwarenfabrik Barfuss eröffnet.

Anmerkung: Die Fleischwarenfabrik Barfuss, die  Kabelfabrik Engbring und etliche andere Mittelbetriebe zwischen Westerbach und Horneburger Straße können wir nicht zu Rapen zählen. Sie liegen im Gebiet Huberts Heck, welches zur alten Bauerschaft Erkenschwick gehört.

 

Fast 60 neue Firmen im Gewerbegebiet Rapen Nord
Nachdem Schacht IV/V den Förderbetrieb eingestellt hatte, erwarb die Stadt große Flächen des früheren Gutes Dillenburg im Rapener Tal und im Winkelfeld. Hier entstand der zweite Rapener Gewerbepark. Die zwischen Karlstraße und Steinrapener Bach liegenden Flächen sind bis auf kleine Lücken inzwischen mit Betrieben besiedelt worden. Zur Zeit füllt sich auch das Winkelfeld nördlich der Zechenbahn.

Nördlich der Ewaldstraße ansässige Firmen sind Autohaus Hacke, Elektro Ewald, Schreinerei Schmülling, Montagefirma Cora, Metallbau Konert, Edelstahlverarbeitung ZK-Hospital, Metallbau Wewers, Hoffmann-Bau, Tennishalle Activ Treff, Werbung Hustiak, KFZ-Teile Langenscheidt, Erdbau Bürke, Tiefbau Bikowski, Druckerei Neumann, Zeltverleih Schifke-Tewes, Sanitär Senica, Kamine-Fliesen Duis, Bauelemente Rachuba, Fleischerei Lechtenböhmer, Kälte-Klima Aumann, Fleischhandel Rusche, Spedition Kunze, Elektro Dankeweit, Dichtungen Schürk, Grabsteine Salomon, Sanitär Fischer, Dreherei T. u. G., Daro-Bau, Studio 33, Tasso-Betten, Spedition Klückmann, Dreherei Waluga, Metallbau Feld, Elektro Kulfanek, Gärtnerei Tensmann, Elektronik Becker, Schreiner Wesselbaum, Niemann Chemie, Gelhard Autoradios, Interconti Autoradios, Fleischwarenhandel Chrobok, Müter Meßgeräte, Schreinerei Gaschk, Spedition Harloff, Wabi Tische, Jaust Anlagentechnik, Kunstofftechnik Fleck, GTA Glastechnik und Anlagenbau, Kuhlmann Kühltechnik, Geschenkartikel Zysk, IAE Institut für angewandte Energieeinsparung und Solartechnik, MetallhandelLoheider, Malerbetrieb Stoerbrauck, Nadzeyka Verpackungsmaschinen, Medas Computer-Programme, Platinencenter Bochum, Caldo Heizungen, SMS Saug- u. Sandstrahltechnik und Hoppe Industriebedarf.
[80] s. a. "Hausstätten der historischen Bauerschaft Rapen 1843 bis 1919" in diesem Buch

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