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St. Johannes ( Jans Boomseens ) in der Haard |
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Errichtet 1766. |
Nach schwerer Beschädigung wiederhergestellt und in eine Kapelle gesetzt 1921 |
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Sockelinschriften des St. Johannes - Standbildes. |
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An der Wegekreuzung Flaesheim-Haltern-Ahsen-Sinsen wurde 1766 zum Gedenken
an den Jäger Binsfeldt dieses Standbild errichtet. Die Witwe des an
dieser Straße zu Tode gekommenen Jägers hat es gestiftet. Um das Ende
Binsfeldts ranken sich bis heute erhaltene Sagen. Übereinstimmend soll er
dabei von einem riesigen Hund angefallen worden sein, der ihn tödlich
verletzte. | Nachdem die Statue von unbekannter Hand schwer beschädigt worden war, hat man sie restauriert und 1921 an gleicher Stelle in eine Kapelle gesetzt. Geschickte Sicherungen verhindern eine erneute Beschädigung. Der Ort ist alljährlich Ausgangspunkt oder Ziel unzähliger Haardwanderungen. Quelle: Text: Gerhard Verk ________ Weitere "Sagen" um St.
Johannes und die Wahrheit über den Tod Binsfeldts Vom Denkmal "Johannes
von Nepomuk" in der Haard Eine Station des natur- und
heimatkundlichen Lehrpfades Oer-Erkenschwick ist "St.
Johannes". Dazu heißt es in einer Begleitschrift:1)
"An der Wegekreuzung in der Haard, wo die Wege nach Flaesheim - Ahsen
- Haltern - Sinsen abzweigen, steht seit dem Jahre 1766 das
Heiligenstandbild. Das Standbild wurde von der Witwe des Oberjägers
Binsfeld gestiftet. Dieser soll hier tragisch zu Tode gekommen sein. Der
Kriegerverein Oer baute im Jahre 1921 die kleine Kapelle, um das Standbild
vor Beschädigungen zu schützen. Standbild und Kapelle stehen unter
Denkmalschutz." Mit dem Standbild haben sich
schon viele Autoren befasst, jüngst erst Oberförster Bruno Oelmann 2)
, am ausführlichsten vor Jahren Dr. Joseph Schäfer. 3)
In zum Teil epischer Breite kornmentiert er die Rede des Bürodirektors
Weber bei der Einweihung des neu errichteten Denkmals im Jahre 1921. Dort
finden sich auch zwei Fotos des Johannes von Nepomuk, mit und ohne
Kapelle. Schäfer erwähnt, dass die Ausführungen des Redners sich
teilweise auf den Aufzeichnungen des Pastors Schmitz in Oer (1760-1796) gründen.
Diese habe ich darum im Archiv Oer-Erkenschwick gesucht. 4)
Neben dem bekannten Text am Sockel des Standbildes fügt Pfarrer Schmitz
u. a. eine "nota" bei, die ich hier wörtlich zitiere: "Herr Binsfeldt ist oberJäger
im Vest gewesen, von einem wütenden hundt gebissen, undt der redte nach
von solchem biß/weil fuglich und fruhezeitig keine hulf geschehn/gestorben.
Undt zwarn im jahr 175-, dessen nachgelassene Wittib so aus Dulmen burtig,
auch daheselbst noch wohnt, hat das bildt 1766 in stein nit allein
aufsetzen, sondern auch anno 1769 dasselbe anstreichen laßen. Die scherne
(Waldaufseher) haben eine stellage von Holtz rundt drumb besorget mit
einer Kniebancke darmits vom Viehe nit beschädiget wurde, undt die
Vorbeyereisende fuglich beym bitten knien könten.“ In Latein fügt er noch hinzu,
dass der Oberjäger aus Luxemburg stammt; Soldat unter dem General von
Wenge in Münster war, der ihn zum Inspektor seines Adelssitzes "Zur
Beck" (Haus Beck) machte. Außerdem bemerkt er etwas indigniert, dass
die Witwe ihn nicht konsultiert hat, obwohl sich das Ganze in seinem
Pfarrgebiet abgespielt hat. Diese dürftigen Ausführungen
wurden in der Folgezeit erheblich ausgeschmückt, wie z. B. von Schäfer
bzw. von dem Bürodirektor Weber. Demnach wurde der Oberjäger von einem
Wilderer erst schwer verletzt, dann von seinem eigenen tollwütigen Hund
zu Tode gebissen. Er schleppte sich sterbend dann noch bis zum Kreuz am
Heiligen Baum. Diese Geschichte könnte gut der
Kriegsveteran Drewer erfunden haben, der laut Schäfer lange Zeit am
Heiligen Baum die Schafe hütete, das Johannes-Standbild bewachte und Wanderern
gern etwas erzählte. Wilhelm Nolting siedelt die
Geschichte dann auch 195 l noch im Raum der Sage an. 5) 1987 aber nimmt Hans-Günter
Schneider 6) sie in einem sonst sehr lesenswerten
Aufsatz schon als Wahrheit an. Vor einiger Zeit erhielt ich von
Otto Corzillius eine Archivalie, die diese Todesversion kaum glaubhafter
macht. 7) Tatsächlich fand
ich beim Durchsehen einiger alter Akten die Lösung.9) Binsfeldt wurde im Jahre 1754 in
Nachfolge des verstorbenen Oberjägers Reuter zum Oberjäger im Vest
ernannt. Er erstellte z. B. einen Brüchtenzettel (Grundlage für eine spätere
Bestrafung). Er gibt an, dass die Schäfer von Ludbrock und Pill (Sinsen)
zur Abschreckung des Wildes einen Baum "angestochen" (angezündet)
haben. 1756 hat außerdem Gerds (Oer) am Tramberg an der Salzlecke Holz
gehauen und damit das Wild verschreckt. In einem Schreiben an den Kurfürsten
berichtet er ferner, dass die Bauern die Wachholderbieren (Beeren)
abgeschlagen und damit das Wild vergrämen. Der Oberjäger war also eifrig
tätig, bis ihn das Unglück ereilte. 1763 will der Oberkellner auf
Horneburg Rive dem Förster Randebroich 3 Malter Roggen und 1 Malter
Gerste zuteilen und der Witwe entziehen. Der Förster soll damit die Hunde
unterhalten. Die Witwe richtet darum ein Bittschreiben an den Kurfürsten,
dass ihr das Deputat verbleiben soll. Wer sich hier durchsetzte, konnte
ich nicht ermitteln. Erst in einem Schreiben vom 1782
ist davon die Rede, dass die Witwe die Stelle aufgegeben habe. Vorher
erreicht sie, dass der Kurfürst ihrem ältesten Sohn eine Kanonikerstelle
in Dülmen zukommen lässt. Der jüngere wird Kaufmann und später Bürgermeister
von Dülmen. Beide Söhne haben jedenfalls kein Interesse an der Jagd. Ich hoffe, mit meinem Aufsatz
etwas zur Wahrheitsfindung beigetragen zu haben. Vermutlich erfolgte der
Hundebiss nicht am Heiligen Baum. Die Aufstellung des "Johannes"
erfolgte an der Stelle, weil sich dort viel Wege treffen und viele
Leute vorbei kommen. Literatur und Anmerkungen 1 Natur- und heimatkundlicher
Lehrpfad Oer-Erkenschwick 2 Bruno Oelmann: Meine allerschönste
Wanderfahrt. Recklinghausen 2000. 3 Dr. Joseph Schafer: Jans
Boomseens' neues Heim in der Haard. 4 Stadtarchiv Oer-Erkenschwick:
Bestand Oerer Kirchenarchive Nr. 152: Nachricht von dem sogen. Heiligen
Baum in der Oerer Haard 1770. 5 Wilhelm Nolting:
Heimatplaudereien und Dorfgeschichten. Wächter der Haard: Johannes von
Nepomuk. Festschrift 25 Jahre Oer-Erkenschick 1926-1951.
Herausgebet: Rat der Gemeinde. 6 Hans Günter Schneider:
Die Verehrung des Heiligen Johannes von Nepomuk, im Vest und Kreis
Recklinghausen, Vestischer Kalender 1987, S. 23-37. 7 Sie stammt nach Angabe
von Otto Corzillius aus dem Archiv 8 Lesung unsicher,
Beilagen? Oder: Adjuntum = vorläufige Entlohnung. 9 Stadtarchiv
Recklinghausen. Bestand Herzog Arenberg,
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